Trierer Heiltumsdrucke im Internet


Die Wallfahrt zum Heiligen Rock führte im Jahre 1512 100.000 Pilger nach Trier. Wenige Jahre, nachdem durch den Mainzer Johann Gutenberg der Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden worden war, nutzten geschäftstüchtige Drucker und Verleger das Trierer Ereignis aus. Sie brachten über 40 Heiltumsdrucke auf den Markt, vom kurzen Flugblatt bis hin zum Buch, Texte in deutscher und in lateinischer Sprache, die von der Geschichte und der Auffindung des Hl. Rocks berichteten. Der große Zustrom brachten auch die anderen Trierer Klöster dazu, mit Drucken für ihre Heiltumsweisungen zu werben. Ingesamt entstanden in den Jahren von 1512 bis 1517 an die 60 Pilgerdrucke. Allerdings besaß die Trier keine Druckerei; gedruckt wurde vor allem in Metz, in Straßburg und in Köln, Nürnberg, Augsburg, Leipzig, Rostock und Wien.

Die Trierer Heiltumsdrucke sind oft nur in einem einzigen Druck erhalten und heute in alle Welt zerstreut. Eine digitale Edition kann diese Bibliothek rekonstruieren und bequem zugänglich machen. Diese Drucke erweisen sich nicht nur als wichtige Quellen zur Frömmigkeits- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters, sondern auch für viele Themen der Stadt-, Mentalitäts- und Sozialgeschichte der Zeit.

Die ersten beiden Bände der digitalen Bibliothek machen den umfangreichsten Trierer Heiltumsdruck zugänglich, die Medulla Gestorum Treverensium. (Das wichtigste aus den Geschichten der Tierer). Von ihr erschienen 1514 eine deutsche und 1517 eine lateinische Ausgabe.

Michael Embach, Barbara Rothbrust, Wolfgang Schmid



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